Slide background

Wer Erfolg haben will, muss am Unternehmen arbeiten, nicht im Unternehmen

Slide background

Wo es an Beratung fehlt, da scheitern die Pläne.

Slide background

KOMPTETENZ BUS

Wenn man nicht weiß wohin, dann ist jeder Weg richtig.

KOMmentar

11.09.2016

Fernbusgeschäft für Mittelständler profitabel?

Seltsame Interpretation einer Studie des DSGV

Das Handelsblatt berichtete am 29. August über das Thema "Fernbusse". In dem Artikel wird etwa behauptet, die Busunternehmen seien 2012, also vor der Freigabe des Fernbusverkehrs, „meist defizitär“ gewesen, aber schon nach zwei Jahren Fernbus hätten die meisten „bereits Renditen vorweisen“ können. Man begründet dieses Wunder mit einer „deutlich besseren Auslastung der vorhandenen Flotte“. Das ist doch alles Unsinn! Natürlich waren die Unternehmen 2012 zum Glück NICHT „meist defizitär“. Und wenn in den Folgejahren die Renditen gestiegen sind, lag das eher an den sinkenden Spritpreisen als am Fernbus. Man fragt sich auch, wie die Fernbusverkehre die vorhandenen Fuhrparks besser auslasten sollen – etwa nach dem Motto: „wenn wir sonst keine Aufträge haben, dann fahren wir halt Fernbus“?

Zwischen München und Stuttgart etwa kostet ein Ticket meist rund 9 €, das sind netto 7,56 €. Wenn der Unternehmer 75 Prozent der Einnahmen erhält, bleiben ihm pro Fahrgast 5,67 €. Allein um die Grenzkosten (also die kilometerabhängigen und die Fahrerkosten) einer solchen Fahrt zu decken, müssten also an die 30 Fahrgäste mitfahren! Und von Kostendeckung oder gar Gewinn wäre man dann noch weit entfernt. Sicher  gibt es auch andere Linien, auf denen ordentlich verdient wird. Aber die sind eher dünn gesät. Oder warum sonst steigen so viele Fernbusunternehmer schon wieder aus?

Der Artikel bezog sich übrigens auf den Branchenreport 2016 Personenverkehr des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Ich habe mir deshalb den Artikel beschafft und festgestellt, dass sich praktisch nichts, was in dem Artikel zu lesen ist, im Branchenreport wiederfindet. Der Autor des Artikels ist vielmehr aufgrund eigener Recherchen zu den umstrittenen Schlussfolgerungen gekommen.